Sicherheits-Skandal bei Castor Jülich-Ahaus

‒ NRW streicht Hubschrauber-Begleitung

‒ Gravierende Sicherheitslücke trotz Drohnengefahr

‒ „Sicherheit der Atommüll-Transporte wird zum Glücksspiel“

‒ Heute 20 Uhr: Mahnwache Forschungszentrum Jülich

‒ Gestern Proteste in Ahaus und Jülich

Mit ungläubigem Staunen verfolgten Anti-Atomkraft-Initiativen in der gestrigen Nacht, dass die NRW-Landesregierung trotz akuter Drohnengefahr bei der Absicherung des 13. Castor-Transports von Jülich nach Ahaus den Einsatz von Begleit-Hubschraubern gestrichen hat. Das öffnet eine gravierende Sicherheitslücke auf der 170 Kilometer langen Autobahnstrecke.

„Die Sparmaßnahmen der NRW-Landesregierung bei der Sicherung der hochradioaktiven Atommüll-Transporte nehmen immer groteskere Formen an. Während sich die Sicherheitslage durch den Drohnenanschlag am Leipziger Flughafen für jedermann ersichtlich deutlich verschlechtert hat, streicht die NRW-Landesregierung die Absicherung der Castor-Konvois immer weiter zusammen. Ohne Sicherung aus der Luft sind die begleitenden Polizeikräfte am Boden praktisch blind und im Ernstfall völlig hilflos möglichen Drohnen-Attacken ausgeliefert. Die Sicherheit der Castor-Transporte wird so zu einem reinem Glücksspiel“, erklärte Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in Jülich.

„Wenn es weiter so geht, fahren der hochradioaktive Atommüll bald mit drei, vier Streifenwagen über die Autobahnen – weil der Landesregierung offensichtlich der Wille fehlt, die notwendigen Schutzmaßnahmen zu finanzieren. Schon jetzt ist der Begleitschutz um über 80% zurückgefahren worden. Es war jedoch immer klar, dass es sich bei der völlig überflüssigen Atommüllverlagerung von Jülich nach Ahaus um eine `sinnlose Mammutaufgabe` handelt, wie es die Gewerkschaft der Polizei treffend bezeichnet hat. Wer den Schutz des hochradioaktiven Atommülls auf den Autobahnen nicht garantieren kann und will, darf den Atommüll nicht transportieren. Wir fordern deshalb erneut eindringlich, diese sinnlosen Atommüllfahrten von einem Zwischenlager in ein anderes sofort abzubrechen, bevor ernsthafter Schaden entsteht“, ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Gestern hatten ungeachtet des Regenwetters 40 Atomkraftgegner in Ahaus per Rad vor dem Zwischenlager demonstriert. Danach kam es zu einer spontanen Mahnwache bis zur Ankunft des Castors gegen 0.45 Uhr. Auch in Jülich fand wieder eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum statt. Dort soll auch heute ab 20 Uhr eine Mahnwache stattfinden, da die Initiativen befürchten, dass bereits heute Abend der 14. Castor startet. Selbst dann verbleiben noch 138 Castoren in Jülich – im bisherigen Tempo eine Transport-Aufgabe von weiteren vier Jahren. Weitere Proteste sind geplant. Für den 17. Oktober ist in Ahaus eine große Demonstration angekündigt.

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