Die Pause-Taste gedrückt: Im Juni kein Castor?

(Beitragsbild:© Fotolia | Stopp Atomkraft!)

Im Juni kein Castor Jülich-Ahaus mehr?

‒ Technische Probleme in Jülich und WM-Belastung?

‒ Atomkraftgegner fordern Ende der Transporte

‒ Morgen, Mittwoch: Proteste in Jülich und Ahaus

Die Castor-Transporte vom Forschungszentrum Jülich zum Zwischenlager Ahaus sind offensichtlich völlig aus dem Takt geraten: Wie Anti-Atomkraft-Initiativen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz aus gut informierten Quellen erfahren haben, soll überraschenderweise bis Ende Juni kein Castor mehr rollen. Damit ergäbe sich seit dem letzten Castor von Mitte Mai eine Transportpause von mindestens sechs Wochen. Der Grund dafür ist noch unklar, doch die Initiativen gehen davon aus, dass zum einen die zu erwartende Arbeitsbelastung der Polizei durch die WM sowie in Jülich Probleme beim Zusammenstellen der Castor-Konvois ausschlaggebend sind. Bis jetzt waren nur Einzeltransporte unterwegs, die den ohnehin immensen Polizeiaufwand natürlich deutlich erhöhen.

Unterdessen halten die Anti-Atomkraft-Initiativen an den für morgen angekündigten Protesten in Jülich und Ahaus fest. So startet in Ahaus um 18.30 Uhr am Bahnhof eine Fahrrad-Demo durch die Innenstadt zum Zwischenlager und einer Abschlusskundgebung an der Castor-Kreuzung Schorlemer Straße/Schumacher-Ring. In Jülich findet um 19 Uhr vor dem Forschungszentrum Jülich ebenfalls eine Mahnwache statt.

„Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Castor-Transporte nicht so leicht abzuwickeln sind. Offensichtlich knirscht es hinter den Kulissen zwischen Jülich, Düsseldorf und Berlin, sodass jetzt erstmals diese Castor-Pause eingetreten ist. Wir fordern deshalb Aufklärung, was eigentlich los ist. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die völlig überflüssigen und unsinnigen Castor-Transporte zu beenden und sich um die Weiterlagerung in Jülich zu kümmern. Noch stehen dort 148 Castor-Behälter und wir gehen morgen auf die Straße, damit sich diese Anzahl nicht weiter verringert und in Jülich endlich ein neues Zwischenlager gebaut wird“, erklärte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

„Es stellt sich immer mehr die Frage, wie viele Jahre dieser Castor-Wahnsinn zwischen Jülich und Ahaus eigentlich andauern soll – vier Jahre, sechs Jahre oder noch länger? Auch das Zwischenlager in Ahaus ist ja nur bis 2036 genehmigt – und wohin geht der Atommüll dann? Wir fordern, dass der Fokus endlich weg von den Autobahn-Transporten hin zur Frage einer sicheren Endlagerung gelenkt wird. Das erfordert alle Ressourcen der Bundesregierung. Die Autobahn-Transporte hingegen sind eine reine Placebo-Aktion zur Täuschung der Öffentlichkeit“, so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ in einer gemeinsamen Erklärung.

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