Braunkohletagebau Garzweiler: Brennpunkt des Widerstands

Attac ruft zur Unterstützung der Proteste im Rheinland auf

Bild: pixabay.com

So wie sich im Dannenröder Wald Besetzer*innen gegen den Bau einer überflüssigen Autobahn wehren, versuchen Aktivist*innen im rheinischen Braunkohlerevier die weitere Zerstörung von Dörfern zu verhindern. Aktuell sind das Dorf Lützerath und die anderen am Braunkohle-Tagebau Garzweiler von der Abbaggerung bedrohten Dörfer auch ein Brennpunkt des Widerstands gegen die schon begonnene Klima-Katastrophe. 

„Um das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen und die Klimakatastrophe noch abzuwenden, muss Kohleverstromung unverzüglich gestoppt und müssen die Stromkonzerne vergesellschaftet werden. Es ist höchste Zeit für eine ökologische, soziale und basisdemokratisch kontrollierte Energiewende“, sagt Marie-Dominique Vernhes aus dem Attac-Rat.

Attac solidarisiert sich mit dem deutschlandweiten Bündnis „Alle Dörfer“ bleiben, in dem Betroffene aller Braunkohle-Reviere, die Klimagerechtigkeitsbewegung sowie solidarische Bürger*innen gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung kämpfen. Attac ruft dazu auf, sich vor Ort an den Protesten zu beteiligen. Der Widerstand ist vielfältig: Menschen besetzen Bäume. und über den Zufahrtsstraßen zum Dorf hängen Menschen in Seilen und Hängematten, um den Maschinen des Kohlekonzerns den Weg zu versperren. Es gibt Sitzblockaden, Mahnwachen, Demonstrationen, solidarische Gottesdienste der Initiative „Kirche im Dorf lassen“ und Protest-Spaziergänge und -Picknicks.

In Lützerath veranstaltet der Kohle-Konzern RWE in den vergangenen Tagen ein regelrechtes Baum-Massaker. Dabei leben in dem Ort entgegen der Beahuptung des RWE-Pressesprechers noch mehr als zwanzig Menschen.

Emilio Weinberg, für die Attac-Arbeitsgruppe „Energie, Klima, Umwelt“ (EKU) vor Ort, sagt: „Wie im Dannenröder Wald gefährden Polizist*innen rücksichtslos das Leben der Baumschützer*innen. Es werden Traversen angeschnitten oder an Sicherungseilen mit großer Kraft gezogen, obwohl Aktivist*innen noch oben in den Bäumen dadurch gesichert sind. Bisher gab es wie durch ein Wunder hier noch keine schwerwiegenden Verletzungen.“ 

Bernd Liefke, Koordinator der EKU-AG, ergänzt:  „Weder im Rheinland, noch in der Lausitz, noch im Leipziger Land darf auch nur ein einziges weiteres Dorf dem Braunkohleabbau zum Opfer fallen. Breite Solidarität ist notwendig, damit in allen drei Regionen alle Siedlungen und Orte bestehen bleiben können und ein sozial und ökologisch gerechter, selbstbestimmter und selbstorganisierter Übergang in ein zukunftsfähiges Wirtschaften möglich wird.“

In mehreren Städten, darunter Hamburg, Jena und Freiburg, kam es bereits zu solidarischen Baumbesetzungen und andere Solidaritäts-Aktionen. Zusammen mit dem Jungen Netzwerk für Politische Aktionen (JunepA) und Ende Gelände rufen Attac zur Nachahmung auf. 

(Quelle: Pressemitteilung „Attac“)

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