Russisches Uranschiff in Rotterdam mit Verspätung

Russisches Uranschiff mit 26 Stunden Verspätung in Rotterdam

– heute Weitertransport per LKW nach Lingen

– neue Mahnwache vor Brennelementefabrik Lingen

– „Atomkooperation mit Kreml-Konzern stoppen“

– keine Fakten schaffen vor OVG-Entscheidung

Mit rund 26 Stunden Verspätung ist heute Mittag gegen 11.30 Uhr der russische Atomfrachter „Mikhail Dudin“ in den Hafen von Rotterdam eingelaufen. Dort wird das Uran auf LKW umgeladen, die voraussichtlich noch heute zur Brennelementefabrik Lingen fahren. Deshalb findet seit 15.30 Uhr vor der Brennelementefabrik erneut eine Mahnwache statt. Bereits gestern demonstrierten in Lingen rund 30 Atomkraftgegner:innen gegen die Atomkooperation zwischen dem in Lingen tätigen französischen Brennelementehersteller Framatome und dem vom Kreml geführten Atomkonzern Rosatom.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen befürchten zudem, dass erstmals russische Brennstäbe an Bord waren, die dann in Lingen von Framatome nur noch zu Brennelementen zusammengefügt werden müssen, um eine erste Lieferung von sechseckigen, „russischen“ Brennelementen nach Osteuropa ausführen zu können. Dagegen liegen aber beim OVG Lüneburg eine Klage und ein Eilantrag eines Klagebündnisses rund um den BUND Niedersachsen und .ausgestrahlt. Der Eilantrag war nötig geworden, weil der niedersächsische Umweltminister Meyer Anfang Oktober ohne jeden Druck und ungeachtet der BUND-Klage Framatome den „Sofortvollzug“ der Exportgenehmigung in enger Zusammenarbeit mit Rosatom ermöglicht hatte.

„Der Sofortvollzug war ein gravierender politischer Fehler des niedersächsischen Umweltministers. Wer ständig vor den Gefahren einer Atomkooperation mit Rosatom warnt, darf diesem Konzern nicht die Türen im Emsland öffnen. Auch die Bundesregierung versagt hier politisch vollkommen. Die Produktion von „russischen“ Brennelementen darf in Lingen nicht starten. Deshalb wird es weiter Proteste geben“, so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

„Die Bundesregierung warnt wöchentlich vor der wachsenden Aggressivität des Kreml. Also müssen Bundes- und Landesregierung selbst die Reißleine ziehen und die Atomkooperation mit Putins Atomkonzern stoppen. Nur das ist sicherheitspolitisch verantwortbar“, ergänzte Alex Vent vom Bündnis AgiEl – Atomkraftgegner:innen im Emsland.

Nach Auskunft der Polizei in Lingen kann es sein, dass heute Nachmittag noch ein weiterer Atomtransport die Brennelementefabrik Lingen erreicht hat oder von dort abfuhr. Einzelheiten teilte die Polizei nicht mit.

Für den 13. Dezember rufen die Initiativen zu einer neuen Demonstration vor der Brennelementefabrik in Lingen auf.

Weitere Infos:

https://atomstadt-lingen.de/aktuelles

www.sofa-ms.de

(Quelle: PM)

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